Hes-so Valais
Menu
25-03-2021

Distributionsstudie 2020 : Schweizer Hotels nutzen Krise für Digitalisierungsschub

« Zurück
Distributionsstudie 2020 : Schweizer Hotels nutzen Krise für Digitalisierungsschub
Distributionsstudie 2020 : Schweizer Hotels nutzen Krise für Digitalisierungsschub

HotellerieSuisse hat in Zusammenarbeit mit dem Institut Tourismus der Fachhochschule Westschweiz Wallis (HES-SO Valais-Wallis) zwischen Januar und Februar 2021 Schweizer Hotels zu ihren Vertriebskanälen befragt. Die Resultate zeigen, dass Online-Buchungsplattformen (OTA) trotz Krisenjahr ihre Marktanteile praktisch halten konnten. Dies verdeutlicht ihre Marktmacht. Gleichzeitig haben Schweizer Hotels einen Digitalisierungsschub erlebt und 2020 in die digitale Infrastruktur und Prozesse investiert.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 36 Prozent der Hotelbuchungen in Echtzeit über Online-Kanäle generiert. Dies entspricht einem leichten Rückgang gegenüber dem Vorjahr (-4 Prozent). Die Online-Buchungsplattformen (OTA) verzeichnen dabei nach wie vor mit Abstand den grössten Anteil (26.7 Prozent des Online-Buchungsmarkts). Booking.com konnte im Pandemiejahr seine Marktanteile gegenüber den anderen OTA ausbauen (72.6 Prozent Marktanteil am OTA-Markt in der Schweiz).

Mit der Erholung wird sich der OTA-Trend fortsetzen

Der Einbruch des internationalen Reisemarkts und des Businesstourismus aufgrund der Coronapandemie erklärt den leichten Rückgang der Buchungen über die globalen Buchungsportale. Die OTA konnten trotz massiver Turbulenzen im Tourismus ihre Marktanteile praktisch halten. Somit ist im Krisenjahr 2020 eine Stärkung der Direktkanäle und eine Stagnation der OTA-Kanäle auf hohem Niveau bei gleichzeitig leichtem Rückgang aller anderen Vermittler zu beobachten. Es ist davon auszugehen, dass OTA während der Erholungsphase neue Marktanteile gewinnen werden und sich der Vorkrisentrend damit fortsetzen wird.

Hotels rüsten im Krisenjahr digital auf

Hotels haben den allgemeinen Digitalisierungsschub während der Pandemie genutzt und sind digital fitter geworden. So nutzen über 70 Prozent der Hotels Social Media für Marketingzwecke, wobei Facebook und Instagram mit Abstand am beliebtesten sind. Bereits die Hälfte aller Hotels verfügt über eine permanente Anbindung des hoteleigenen Buchungssystems zur Auffindung der Verfügbarkeiten in Metasuchmaschinen. Das bedeutet eine Zunahme von über 10 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Google Ads und TripAdvisor sind dabei die beliebtesten Metasuchmaschinen.

Krisenbedingte Stärkung der direkten Kanäle

Weiter zeigt die Umfrage eine Zunahme der Echtzeitbuchung über die Website mit Verfügbarkeitsprüfung um knapp 4 Prozentpunkte (13.8 Prozent). Dennoch bleiben die Direktbuchungskanäle E-Mail (19.1 Prozent) und Telefon (18.2 Prozent) weiterhin die beliebtesten direkten Buchungskanäle. Die Stärkung der direkten Kanäle zwischen Gast und Hotel liegt vor allem am Bedürfnis der Gäste, bestmöglich über die pandemische Situation und Vorschriften informiert zu sein. Weiter Vorteile der direkten Buchung beim Hotel zeigt HotellerieSuisse den Schweizerinnen und Schweizer auch mit seiner «Booking-Tipp»-Kampagne auf.

So beurteilt die Hotellerie Zukunftstrends

In der Umfrage wurden die Hotels auch nach ihrer Einschätzung zu künftigen Trends befragt. Mit 86 Prozent am meisten Zustimmung fand die Aussage, dass digitale Direktbuchungen für die Wettbewerbsfähigkeit in den kommenden Jahren matchentscheidend sein werden. Ebenfalls hohe Zustimmung erhielt die Aussage, dass der Gast der Zukunft seine gesamte Reise mit ein paar wenigen Klicks online buchen will (z.B. Anreise-Tickets, Übernachtungen und Freizeitangebote gebündelt). Auch die smarte Nutzung von Daten wird für die Wettbewerbsfähigkeit von Hotels matchentscheidend sein. Damit dürfte in Zukunft der Aufbau digitaler Infrastruktur und der Erwerb von Know-how in den Betrieben vorangetrieben werden. Nicht einverstanden sind die Befragten mit der Aussage, dass Airbnb künftig eine Konkurrenz zu den OTA Booking und Expedia auf dem Hotel-Buchungsmarkt darstellen und Marktanteile gewinnen wird. Weiter gehen die Befragten davon aus, dass die Bezahlung mit Kryptowährungen in den nächsten fünf Jahren ein Nischenangebot bleibt.