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12-07-2018

Entwicklung eines neuen Screening-Tools zur Erkennung von Altersdemenz

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Entwicklung eines neuen Screening-Tools zur Erkennung von Altersdemenz
Entwicklung eines neuen Screening-Tools zur Erkennung von Altersdemenz

Ein Forscher des Instituts Wirtschaftsinformatik der HES-SO Valais-Wallis hat in Zusammenarbeit mit Forschenden aus der Schweiz und Grossbritannien eine innovative und äusserst einfache Anwendung zur Erkennung von altersbedingten kognitiven Beeinträchtigungen entwickelt. Die Diagnose beruht auf dem Reaktionsvermögen des Patienten, der auf eine Taste drücken muss, sobald er auf einem Bildschirm Töne und Bilder erkennt.  

Die zunehmende Alterung der Weltbevölkerung geht mit zahlreichen Gesundheitsproblemen wie Altersdemenz, Alzheimer und leichten kognitiven Beeinträchtigungen einher. Zur Erkennung dieser Erkrankungen gibt es gegenwärtig weder einen messbaren Biomarker noch einen Bluttest wie etwa für Diabetes. Die aktuelle Diagnose beruht auf langwierigen neuropsychologischen Abklärungen, in deren Rahmen die kognitive Kontrolle und das Gedächtnis getestet sowie Fragen zu alltäglichen Tätigkeiten und zu Stimmungsschwankungen gestellt werden. 

Einfache Methode zur Diagnose von leichten kognitiven Beeinträchtigungen

In einer Studie, die in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Scientific Reports der Nature Publishing Group veröffentlicht wurde, zeigte der Forscher Dr. Paul Matusz vom Institut Wirtschaftsinformatik der HES-SO Valais-Wallis unter der Leitung von Prof. Micah Murray (CHUV Lausanne) auf, wie leichte kognitiven Beeinträchtigungen mittels einer Anwendung auf einem Laptop (und bald auch einem Smartphone) erkannt werden können. Die Patienten müssen dabei jedes Mal, wenn sie einen Lichtblitz sehen oder einen Ton hören, auf eine Taste drücken.

Prof. Murray erklärt: „Diese Arbeit ist für uns sehr ermutigend und zukunftsweisend, denn sie hat uns gezeigt, dass die klinische Praxis mit sehr einfachen Tests unterstützt werden kann, indem mit geringen Kosten eine grössere Bevölkerungsgruppe erreicht werden kann. Unsere Resultate erklären den Zusammenhang zwischen unserem Seh- und Hörvermögen und dessen Rolle für die Funktion des Gedächtnisses.“

Resultat einer internationalen Zusammenarbeit

Diese Forschungsarbeit entstand aus einer internationalen Zusammenarbeit zwischen dem CHUV Lausanne, der Westminster University London, der City University London und dem Institut Wirtschaftsinformatik der HES-SO Valais-Wallis in Siders. Unterstützt wird sie vom Schweizerischen Nationalfonds, der Stiftung Pierre Mercier und einem von Carigest SA empfohlenen Mäzen.