Hes-so Valais
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16-10-2018

Mitarbeit eines Forschers der HES-SO Valais-Wallis am Sonderbericht des Weltklimarats

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Valentino Piana
Valentino Piana

Valentino Piana, Forscher am Institut Wirtschaftsinformatik der HES-SO Valais-Wallis, war an der Redaktion des Sonderberichts des Weltklimarats IPCC beteiligt. Er trug seine Forschungsarbeiten über die Wirksamkeit innovativer öffentlicher Politiken zur Förderung der Energiewende bei. Seine Ergebnisse zeigen auf, dass die Wahrnehmung des Nutzens der Energiewende als wichtiger eingestuft werden sollte als die Einführung neuer Gebühren. 

Am 8. Oktober 2018 veröffentlichte der Weltklimarat IPCC, eine Institution der Vereinten Nationen, seinen Sonderbericht über die Folgen einer globalen Erwärmung um 1,5 °C. Dieser Bericht wurde auf der 48. IPCC-Plenarsitzung in Südkorea von den Vertretern der Mitgliedstaaten des IPCC verabschiedet und beruht auf über 6'000 wissenschaftlichen Studien. Angesichts der Tatsache, dass bereits heute ein Grad Erwärmung erreicht ist, hält der Bericht fest, dass es technisch noch machbar sei, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, dies aber ein rasches Handeln bedinge.

Multi-Agenten-Simulation

Seit 2009 entwickelt Valentino Piana Multi-Agenten-Modelle zur Beurteilung der Wirksamkeit neuer öffentlicher Politiken. Er versucht dadurch die politischen Faktoren und Entscheidungen zu bestimmen, die sich positiv auf die Energiewende auswirken. 

Wahrnehmung des Nutzens wichtiger als neue Gebühren

Piana kam zum Schluss, dass die Energiewende erfolgreich sein kann, wenn ihr eine positive Einstellung bezüglich der technischen Innovation zugrunde liegt, die sich positiv auf Gewinne, Investitionen, Arbeitsplätze sowie die Lebensqualität und die Zufriedenheit der Bürger auswirkt. Gemäss ihm stellen die Erhöhung der Steuern und die Einführung neuer Gebühren keine langfristige Lösung dar. Einige konkrete Massnahmen:

  • Vereinfachung und Legalisierung der Nutzung der neuen Technologien wie der elektrischen Mikromobilität
  • Öffentliche Kommunikation zur Förderung sauberer Produkte
  • Regionaler Förderungsfonds für Projekte in Zusammenhang mit der Energiewende
  • Bonus-Malus-System für saubere bzw. umweltverschmutzende Technologien (ausser für die einkommensschwächsten Haushalte), ohne Kostenauswirkungen für die Gemeinschaft
  • Automatische Unterstützung von Gebieten, die von fossilen Brennstoffen abhängig sind, bei der wirtschaftlichen Diversifizierung. 

Umsetzung auf nationaler Ebene

Die Forschungsergebnisse von Valentino Piana werden in der Schweiz bei der Förderung der nachhaltigen Mobilität eingesetzt. Der Forscher arbeitet im Rahmen des Kompetenzzentrums SCCER CREST, das Szenarien für die lokale und nationale Anwendung entwickelt, mit Prof. René Schumann der HES-SO Valais-Wallis zusammen.