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24-02-2020

Die Schüler der OS Lötschen konnten durch ein Erdbebensimulator die Macht der Natur spüren

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Die Schüler der OS Lötschen konnten durch ein Erdbebensimulator die Macht der Natur spüren
Die Schüler der OS Lötschen konnten durch ein Erdbebensimulator die Macht der Natur spüren

Die Schüler der OS Lötschen bekamen die willkürliche Macht der Natur zu spüren – zum Glück nur in einem Simulator.
24.02.2020

Beeindruckt verlassen die Schüler der 1. OS aus dem Lötschental die Fachhochschule für Ingenieurwissenschaften der HES-SO Valais-Wallis in Sitten. Sie durften hier am vergangenen Donnerstag den grössten öffentlich zugänglichen Erdbebensimulator Europas besichtigen. "Ich habe mir das schon recht heftig vorgestellt, aber dass es einen so sehr herumschiebt, war dann doch beeindruckend", sagt der Schüler Jonas Aschilier.

Die HES-SO Valais-Wallis hat den Simulator in Zusammenarbeit mit der ETH Zürich gebaut. Eine fünf mal sechs Meter grosse Plattform, auf der sich bis zu 30 Personen gleichzeitig aufhalten können. "Vom Erarbeiten des Konzepts, dem Bau des Fundaments bis hin zum Ausbau der Steuerung beanspruchte diese Maschine etwa drei Jahre Entwicklungszeit", erklärt Joseph Moerschel, Dozent für Elektronik und Mechatronik sowie Ingenieur des Erdbebensimulators. Die 3-Tonnen-Konstruktion kann ein Erdbeben bis zur Stufe 7 auf der Richterskala nachstellen. "Es war schon überraschend, dass schon die kleinen Unterschiede der Erdbebenstärke so viel ausmachen", so die Schülerin Jael Lehner.

Im Auftrag des Departements für Bildung und Sicherheit hat die HES-SO Valais-Wallis in Zusammenarbeit mit dem Pädagogischen Zentrum für Erdbebenprävention CPPS auch ein Präventionskonzept entworfen, welches die Schüler auf die akute Gefahr eines Erdbebens im Wallis sensibilisieren soll. Das Programm besteht aus drei Modulen: "Verständnis" (vor dem Erdbeben), "Praxis" (während dem Erdbeben) und "Hilfeleistung" (nach dem Erdbeben).

Auch die OS-Schüler aus dem Lötschental besuchten zuerst das Museum der Erdbebenforschung und lernten, wie ein Erdbeben entsteht, gemessen wird und wie es sich auf die Infrastruktur auswirken kann. Danach zeigten zwei Sanitäterinnen auf, wie man nach einem Erdbeben einen Verletzten betreut. Am Schluss ging es in den Simulator.

Täglich zählen seismische Messstationen drei bis vier Beben schweizweit, welche meist in der Alpenregion des Wallis registriert werden. Die meisten dieser Erdbeben sind für den Menschen kaum spürbar. Statistisch gesehen findet alle 50 bis 100 Jahre ein Erdbeben der Stufe 6 statt. Das letzte grosse Beben im Wallis ereignete sich 1946, dessen Epizentrum in Siders lag. "Ich denke mir, das kann überall und immer passieren. Man ist sich dessen gar nicht so recht bewusst", sagt Jonas Aschilier.

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