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Immersive Technologien zur Förderung der beruflichen Eingliederung

Die Organisation für berufliche Eingliederung und Ausbildung (Orif) und die HES-SO Valais-Wallis entwickeln eine App zur Förderung der Ausbildung von Jugendlichen mit kognitiven oder psychischen Störungen. Die App vereint Technik und Pädagogik und beruht auf der computergestützten Erweiterung der Realitätswahrnehmung (Extended Reality). Das zweijährige Projekt wird von Innosuisse mit einem Budget von CHF 340'000 unterstützt. 

Seit über 75 Jahren fördert die Westschweizer Organisation Orif die berufliche Eingliederung von Jugendlichen und Erwachsenen mit psychischen oder physischen Beeinträchtigungen. Über 2'000 Personen pro Jahr erlernen so unter anderem Berufe im Baugewerbe, in der Gastronomie oder in der Administration. Mittels dieser App sollen im Hinblick auf die 2- bis 3-jährigen Ausbildungen der Inklusionsprozess beschleunigt und die Betreuung optimiert werden.

Entwicklung einer App mit erweiterter Realität

Auf der Lernplattform für Bauberufe (Plattenleger/in, Schreiner/in, Sanitärinstallateur/in, Metallbauer/in, Maurer/in) können die Lernenden zum Beispiel virtuelle branchenspezifische Aufgaben ausführen, um sich die Grundlagen des Berufs anzueignen. Beim Plattenlegen müssen die Lernenden in einem virtuellen Raum bestimmen, wo sie die erste Platte legen und welche Platten zugeschnitten werden müssen, um ein möglichst ästhetisches Gesamtbild zu erzielen. Mithilfe der erweiterten Realität können anschliessend in einem reellen Raum verschiedene Konfigurationen der Platten angezeigt werden. Anhand der Ergebnisse der von den Lernenden ausgeführten Aufgaben schlägt die künstliche Intelligenz den Betreuenden dann weitere Übungen vor. 

Durch die Kombination von Technologien wie Erweiterte und Virtuelle Realität sowie Maschinelles Lernen können die Lernaktivitäten bereichert und die Vermittlung von Kompetenzen vereinfacht werden. Diese in die praktische Ausbildung integrierten Lehrmittel fördern die Aufmerksamkeit, Motivation und Autonomie der Lernenden, ermöglichen ein Feedback an die Ausbildner/innen sowie eine entsprechende Anpassung der Lerninhalte. 

Die innovative App kann bei der Betreuung von Jugendlichen mit Lernschwierigkeiten sowie der beruflichen Wiedereingliederung von Erwachsenen verwendet werden. Die immersiven Technologien ermöglichen es den betreuenden Fachleuten, die Ausbildungen individuell anzupassen, um so eine höhere Erfolgsrate bei der Eingliederung zu erzielen. Eric Morand, Direktor der Orif Sitten, ist begeistert von dieser Innovation: „Künstliche Intelligenz ist ein attraktives Lehrmittel. Die App kann einfach integriert werden und dank ihres spielerischen Charakters stösst sie bei unseren jungen Lernenden auf grosses Interesse.“

Erweiterung auf die gesamte Schweiz

Angesichts des Erfolgs in der Westschweiz plant die Walliser Projektleitung die Einführung dieser App in der restlichen Schweiz.