Hes-so Valais
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16-04-2020

Auswirkungen der Coronavirus-Krise auf die touristische Nachfrage

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Cabane Tourtemagne © Switzerland Tourism/Ivo Scholz
Cabane Tourtemagne

Eine Studie des Instituts Tourismus der HES-SO Valais-Wallis über die Auswirkungen der gegenwärtigen Gesundheitskrise zeigt, wie befürchtet, dass die Reiselust aktuell sehr gering ist. Weniger als 10 % der befragten Personen planen einen Urlaub in naher Zukunft und 62 % geben an, dass diese Pandemie ihre Reisegewohnheiten verändern wird.  

Zielsetzungen der Studie

Diese internationale Studie beruht auf einer Stichprobe von Personen aus der Schweiz sowie den 9 wichtigsten Herkunftsmärkten für den Tourismus in der Schweiz und im Wallis. Das Ziel besteht darin, die Risikowahrnehmung in Zusammenhang mit dem Coronavirus sowie den Einfluss auf die Reisegewohnheiten und die Reiselust nach Ende der Krise regelmässig zu evaluieren. Diese erste Studie untersucht auch die Auswirkungen der gegenwärtigen Situation auf Reisen, die vor der Pandemie gebucht wurden, sowie die Zufriedenheit bezüglich der Stornierungsbedingungen für diese Reisen. Die Stichprobe umfasste 670 Antworten, wovon 632 für die Analyse benutzt werden konnten.

Risikowahrnehmung und Stornierung von Reisen

Das Risiko in Zusammenhang mit dem Coronavirus wird als sehr hoch eingestuft. 79 % der befragten Personen machen sich ernsthafte Sorgen, für 56 % von ihnen ist die Situation ausser Kontrolle geraten und nur 25 % halten dieses Virus für eine neue Art von Grippe. 42 % der Befragten mussten geplante Reisen absagen; 69 % davon waren Urlaubsreisen. Bei den Stornierungsbedingungen ist der Zufriedenheitsgrad  in allen untersuchten Sektoren sehr hoch (Unterkunft 72 %, Transport 64 % und Pauschalangebote 58 %).

Reiselust

Die Lust auf Reisen ist sehr gering. Nur 58 der 632 Studienteilnehmenden gaben an, gegenwärtig einen Urlaub für die nahe Zukunft zu planen. 73 % der befragten Personen halten es für verfrüht an eine Urlaubsreise zu denken. 62 % sind überzeugt, dass die Pandemie ihr Reiseverhalten langfristig verändern wird.

Auswirkungen

Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass die Bevölkerung gegenwärtig nicht bereit ist, von Reisen zu träumen oder gar Ferien zu planen. Es kann damit davon ausgegangen werden, dass die touristische Nachfrage und die Reiseplanung in nächster Zeit einen starken Rückgang erfahren werden. Von den Personen, die gegenwärtig einen Urlaub planen, möchten 21 % im Juli, 19 % im September und 17 % im Juni verreisen. Für den Monat Mai sieht der Tourismus somit eher schlechten Zeiten entgegen.  

Link zum interaktiven Dashboard der Studie: https://coronavirus.tourobs.ch/Survey/Demand