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Lara de Preux Allet

Lara de Preux-Allet, Direktorin der Hochschule für Gesundheit der HES -SO Wallis im Gespräch. 

Frau de Preux-Allet, können Sie den Studiengang kurz vorstellen? 

Es ist ein dreijähriges Studium, welches wir auf Deutsch in Visp und auf Französisch in Sitten anbieten. Unsere Studierenden können auch ein zweisprachiges Studium machen, indem sie einen Drittel des Studiums in der anderen Sprache absolvieren. Die Praktika in verschiedenen Gesundheitsinstitutionen sind eine wichtige Ergänzung zum theoretischen und auf die Praxis ausgerichteten Unterricht. Dieser Aufbau des Studiums ermöglicht den Studierenden, die Pflege der Patienten zu reflektieren und fachliche sowie wissenschaftliche Kompetenzen zu entwickeln.

Sie sind nun seit100 Tagen im Amt. Wie erlebten Sie diese Zeit? 

Spannend und intensiv! Es lagen und liegen viele Dossiers auf dem Tisch. Die Arbeit macht aber Spass und ich kann auf viele kompetente Mitarbeiter/innen zählen. Wichtig ist, all die externen und internen Ressourcen optimal zu nutzen. Auch der Austausch innerhalb der HES-SO Wallis ist hilfreich und inspirierend, ebenso mit den Partnerschulen in der Westschweiz. Vom ersten Tag an sehr wichtig war mir der Kontakt und die Zusammenarbeit mit den Partnern aus der Praxis.

Mit Visp und Sitten hat die Pflege zwei Standorte. Was bedeutet das für Sie als Chefin? 

Eine Chance, aber auch eine Herausforderung! Wir müssen beiden Sprachen, beiden Kulturen gerecht werden, auch die Zusammenarbeit mit den Praxispartnern im Unter- wie mit dem Oberwallis muss funktionieren. Ein grosser Vorteil für mich ist, dass ich beide Sprachen beherrsche, was den Zugang sicherlich erleichtert.

Auf die Pflege kommen ja grosse Herausforderungen zu. Was heisst das für den Studiengang? 

Wir starten im September mit einem neuen Rahmenstudienplan, der die gesellschaftlichen Veränderungen (Digitalisierung, Nachhaltigkeit etc.) berücksichtigt und auch den künftigen Anforderungen an die Pflegenden gerecht wird. Auch wenn im Zentrum der Pflege immer der Mensch bleibt, so muss die Pflege heute fähig sein, Daten zu erfassen, zu analysieren, damit die Qualität der Pflege verbessert wird, damit die Pflegenden autonom ihre Aufgaben wahrnehmen können.

Heute spricht man oft von «Pflegenotstand». Was kann die Schule tun, damit genügend Pflegende ausgebildet werden? 

Da braucht es eine enge Zusammenarbeit der Schule mit dem Kanton und mit den Gesundheitsinstitutionen. Um mehr Pflegende auszubilden, müssen wir sicherstellen, dass unsere Studierenden einen Praktikumsplatz mit einem Praxisausbildner finden. Wir müssen die schönen und interessanten Seiten von diesem unglaublich vielseitigen Beruf den Jugendlichen wieder näherbringen. Der Beruf kennt viele Einsatzmöglichkeiten und eröffnet diverse Karrieremöglichkeiten. Auch sind unsere Ausbildungen durchlässig: Du kannst mit einem Diplom der höheren Fachschule in das Bachelorstudium einsteigen und nach dem Bachelor hast du unzählige Weiterbildungsmöglichkeiten.

Wichtig ist auch, dass unsere Jungen im Wallis bleiben, hier ihre Zukunft sehen. Wir als Schule leisten unseren Beitrag, indem wir eine Top-Ausbildung bieten mit gut ausgebildeten Dozierenden und einer modernen Infrastruktur, die mit dem angedachten Campus in Brig sicherlich noch gewinnen wird. In unserem Kanton bleibt die Zweisprachigkeit ein wichtiges Thema. Es ist eine grosse Chance, doch wir müssen unsere Studierenden noch mehr dafür sensibilisieren..

Zur Person

Lara de Preux-Allet studierte Physiotherapie, doktorierte in Gesundheitswissenschaften und machte den Master im Bereich Management in Gesundheitsinstitutionen. Nach Berufsjahren in Genf leitet sie seit Frühling 2022 die Hochschule für Gesundheit der HES -SO Wallis. Sie stammt aus Leukerbad und lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Vex.

Lara Allet
Kontakt:
Ordentliche/r Professor/in FH, Direktor/in, Lara De Preux-Allet