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Beitrag von Dylan Pfammatter

Es ist immer wieder interessant zu beobachten, wie Leute reagieren, wenn ich das geschlechtsspezifisches Lohngefälle als legitim bezeichne. Innerhalb weniger Sekunden werde ich nicht mehr als netter Kerl, sondern als unerwünschter Gast angesehen. Aber heutzutage ist es ganz einfach nicht mehr möglich, über die Gleichstellung von Mann und Frau zu diskutieren. Wir steuern immer rascher auf die Entwicklung eines – meiner Ansicht nach – gefährlichen Einheitsdenkens zu.   

Mein grösstes Problem liegt dabei darin, dass es zwar Zahlen und rationale Elemente gibt, diese aber von der Gesellschaft nicht mehr akzeptiert werden. Man darf diese nicht einmal mehr erwähnen, ohne sofort als Antifeminist abgestempelt zu werden. Und trotzdem gibt es diese Zahlen und sie sind auch belegt. Nehmen wir als Beispiel das Lohngefälle zwischen Mann und Frau. Natürlich gibt es diese Lohnunterschiede, aber sie lassen sich durch objektive Faktoren wie Stellung im Unternehmen, Dienstalter oder auch Bildungsniveau erklären. In einer kürzlich veröffentlichten Studie des Bundesamtes für Statistik (BFS) kann unter anderem Folgendes nachgelesen werden: 

„Der erklärte Lohnunterschied ist auf sog. Ausstattungseffekte bzw. auf strukturelle Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Berufsbiografien zurückzuführen: Frauen erhalten weniger Lohn als Männer, unter anderem, weil sie in anforderungsreicheren Positionen und in Kaderstellen schwächer vertreten sind, weil sie durchschnittlich noch über ein etwas tieferes Bildungsniveau verfügen und weil sie in Tieflohnbranchen stärker vertreten sind als Männer.“

Für eine echte Chancengleichheit müssen wir alle die Argumente der Gegenseite respektieren, auch wenn wir mit diesen nicht einverstanden sind. Wie sagte doch bereits Voltaire: „Ich missbillige, was Sie sagen, aber ich werde bis zum Tod Ihr Recht verteidigen, es zu sagen.“

Dylan Pfammatter, Student HETS, 2. Jahr


Hespresso #4 

Dieser Artikel erschien in der 4. Ausgabe des Magazins hespresso der HES-SO Valais-Wallis zum Thema Fake News. Das Magazin enthält absichtlich mehrere Falschmeldungen.