Zurück zur vorherigen Seite
Flagship

Im Rahmen der 2021 eingeführten Flagship-Initiative will Innosuisse, die Schweizerische Agentur für Innovationsförderung, systemische und transdisziplinäre Innovationen ankurbeln. Die Hochschule für Wirtschaft beteiligt sich an vier der insgesamt 15 bewilligten Projekte.

Das Institut Wirtschaft der HEG arbeitet seit Beginn des Jahres an vier grossen kollaborativen Projekten mit, die von Innosuisse im Rahmen ihrer Flagship-Initiative bewilligt wurden. Ziel dieser Initiative ist es, die Innovation sowie die bereichsübergreifende Zusammenarbeit zu fördern, um Lösungen für aktuelle oder zukünftige Herausforderungen zu finden, die mehrere Akteure betreffen und nur gemeinsam gemeistert werden können. Laurent Sciboz, Leiter des Instituts Informatik, freut sich über die Anerkennung der Tätigkeiten des Instituts: „Unsere Forschungsprojekte befassen sich mit der digitalen Transformation unserer Gesellschaft und sind auch Schwerpunkt unseres Swiss Digital Center. Der Einbezug in die Projekte der Flagship-Initiative zeigt, dass alle Forschenden des Instituts im Rahmen nationaler oder europäischer Grossprojekte hervorragende Arbeit leisten, um der Bevölkerung, den Institutionen und dem Wirtschaftsgefüge des Kantons Wallis innovative Lösungen anzubieten.“ 

Für 2021 wählte Innosuisse die beiden folgenden thematischen Schwerpunkte: Bewältigung der durch COVID-19 induzierten beschleunigten digitalen Transformation und Verbesserung der Widerstandsfähigkeit sowie Nachhaltigkeit und Verringerung der Anfälligkeit von Gesellschaft, Infrastruktur und Prozessen. 

Eine nachhaltig urbane Logistik

Das Verkehrsaufkommen in den Städten ist zu hoch und führt daher zu Staus, Luftverschmutzung und Lärmbelastung. Das Wachstums des Online-Handels, das durch die COVID-19-Krise noch angekurbelt wurde, führt zu weiteren Herausforderungen, da die Logistiksysteme der Städte nicht genug zuverlässig, belastbar oder nachhaltig sind.  

Das Projekt Smart Urban Multihub Concept – an dem sich René Schumann von der HEG beteiligt – will ein resilientes Logistikkonzept entwickeln, das den Güterverkehr im urbanen Raum nachhaltig und umweltschonend reduziert. Dies soll mittels eines kooperativen Multihub-Konzepts für die Auslieferung und Rückgabe von Paketen und anderen Waren erreicht werden. Durch die Bündelung der Tätigkeiten kann die logistische Effizienz verbessert werden, wodurch Kosten eingespart sowie die Anzahl Transportkilometer und die CO2-Emissionen verringert werden können. Dies führt zu einer besseren Lebensqualität in der Stadt und somit auch zu einer höheren sozialen Nachhaltigkeit.    

Eine Umweltbilanz

Die HES-SO Valais-Wallis ist im Projekt WISER (Web of Interoperable Digital Services for Knowledge on Decarbonisation Pathways) durch Jean-Paul Calbimonte vertreten. Dieses Projekt schlägt eine systemische Innovation für die Schweiz vor: Sie soll weltweit führend in der Umweltbilanzierung werden. Auf der Basis von Transparenz und Rechenschaftspflicht und der Stärken der Schweizer Forschung soll ein digitales Ökosystem geschaffen werden, in dem öffentliche und private Akteure ihr Wissen über Treibhausgase (THG) einbringen und austauschen können.   

Das Flagship-Projekt macht unterschiedliche Datenquellen und -systeme vergleichbar, verständlich und überprüfbar und schafft damit die Grundlage für gezielte Massnahmen zur Verbesserung der Dekarbonisierungsbemühungen. Es bietet Bewertungsrahmen und massgeschneiderte Visualisierungstools, welche die Analyse der CO2-Bilanz von Lieferketten erleichtern.    

SwissNeuroRehab

Das Konsortium des Flagships SwissNeuroRehab will ein effektives und effizientes Modell für die Neurorehabilitation im Pflegekontinuum entwickeln und validieren. Dieses Modell spezifiziert den klinischen, operativen und wirtschaftlichen Behandlungsbedarf von sensomotorischen und kognitiven Defiziten nach Schlaganfällen, Schädel-Hirn-Traumata und Rückenmarksverletzungen. Therapeutische Programme, die durch digitale Behandlungen unterstützt werden, sollen von Schweizer Kompetenzzentren validiert und in die klinische Routine integriert werden. 

Ein interkantonales ökonomisches Modell wird die Übernahme der Kosten dieses neuen Modells im Schweizer Gesundheitssystem validieren und die Rentabilität für Gesundheitsdienstleister und Medizintechnikunternehmen abschätzen. Es wird eine langfristige Lösung zur Bewältigung der Herausforderungen vorschlagen, die mit den zunehmenden neurologischen Problemen einer alternden Gesellschaft einhergehen. Das Wallis ist in diesem Projekt durch Henning Müller vertreten.

Resilienter Tourismus

Tourismus ist global: In der Schweiz macht er rund 3 % des BIP und 4,4 % aller Beschäftigten aus (OECD, 2018). Die Pandemie hat den Tourismussektor in der Schweiz hart getroffen, da 60 % der internationalen Gäste ausblieben (SECO, 2020). Es zeigte sich mehr denn je, dass der digitale Wandel unvermeidlich ist, um das lokale Angebot und die Verteilung der internationalen Nachfrage zu optimieren. Dieses Flagship hat zum Ziel, proaktiv auf die Herausforderungen des digitalen Wandels zu reagieren. Zu diesem Zweck wird der Tourismussektor mit zuverlässigen Daten, neuen Geschäftsmodellen, Prozessen, Erfahrungen und Instrumenten für die Gestaltung nachhaltiger Tourismussysteme ausgestattet. Die HES-SO Valais-Wallis ist mit Roland Schegg an diesem Projekt beteiligt.

2014(PHOTO-GENIC.CH/ OLIVIER MAIRE)
Kontakt:
Leiter/in Institut, Informatik, Professor/in FH, Laurent Sciboz