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Soziale Arbeit in geschlossenen Settings: Herausforderungen für die Profession

Soziale Arbeit ist in Organisationen eingebunden, welche als totale Institutionen (Goffman 1977) gelten können. Wie sehr die Soziale Arbeit Teil dieser Organisationen geworden ist, illustriert ein Zitat eines Sozialpädagogen aus einer Justizvollzugsanstalt. «Ich bin wie ein Rädchen im Getriebe» (Borchert 2016: 142). Das mag erstaunen, denn Soziale Arbeit versteht sich als eine Profession mit mehrfachen und gegensätzlichen Verpflichtungen (Tripelmandat, Staub-Bernasconi 2014). Insbesondere in geschlossenen Settings sehen sich Professionelle der Sozialen Arbeit aber mit einer zusätzlichen Form von Verpflichtung konfrontiert, nämlich gegenüber der Organisation. Das wird besonders deutlich im Justizvollzug, wo Soziale Arbeit oft das institutionelle Misstrauen der Institution übernimmt. Die Professionellen der Sozialen Arbeit werden Teil der Organisation und tragen die institutionelle Logik von «care» und «custody» des Vollzugs mit (Marti, Hostettler und Richter 2017).

Ziel | Das Projekt hat zum Ziel, diese Ambivalenzen von Tripelmandat und einer Loyalität gegenüber der Organisation zu analysieren. Es geht dabei um Fragen des Berufsverständnisses von Professionellen der Sozialen Arbeit in geschlossenen Settings sowie um Aushandlungspraktiken und den daraus resultierenden Bedeutungsverschiebungen. Folgende Fragen sind forschungsleitend:

_ Wie definieren Professionelle der Sozialen Arbeit in geschlossenen Settings ihr Berufsverständnis und auf welche diskursiven Muster rekurrieren sie dabei?

_ Zu welchen Ambivalenzen führen Berufsverständnis, berufliche Praxis und der Kontext der Organisation?

_ Wie gehen Professionelle der Sozialen Arbeit mit diesen Ambivalenzen um und welche kreativen Verschiebungen entstehen dadurch in der Praxis wie auch in der diskursiven Begründung?

Finanziert durch die HES-SO Valais/Wallis, Institut Soziale Arbeit.