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Frau mit Tomaten

Die Frage der Ernährungssicherheit nimmt in der Schweiz einen entscheidenden Platz ein, und das Wallis ist von dieser komplexen Herausforderung nicht ausgenommen. Der Bund hat klar zum Ausdruck gebracht, dass er bis 2050 eine Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln von mindestens 50 % erreichen will, und dabei betont, wie wichtig die Verringerung der Abhängigkeit von Importen ist. Wo steht also das Wallis im Hinblick auf dieses ehrgeizige Ziel? Forschende der HES-SO Valais-Wallis haben ein innovatives Instrument entwickelt, das den Gemeinden im Wallis die Möglichkeit bietet, ihren Grad der Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln zu bewerten und geeignete Strategien zu entwerfen.

Das Streben nach Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln hat im Kanton Wallis eine besondere Bedeutung. Angesichts der globalen Herausforderungen und der Umweltprobleme versucht unser Kanton, die Ernährungssicherheit zu gewährleisten, indem er bis 2050 eine Selbstversorgung von mindestens 50 % anstrebt. Dieses ehrgeizige Ziel erfordert eine genaue Einschätzung der aktuellen Situation im Wallis und die Erkennung der Hebel, die zur Erreichung dieses Ziels in Bewegung gesetzt werden müssen.

Hilfsmittel zur Gewährleistung der Selbstversorgung

Mit demselben Ziel wurde von der HES-SO Valais-Wallis zwischen 2021 und 2023 ein Projekt durchgeführt, das die Ernährungssicherheit auf lokaler Ebene untersuchte. Forschende des Instituts Unternehmertum und Management der HES-SO Valais-Wallis entwickelten einen Rahmen zur Bewertung des Nahrungsmittelbedarfs, der mit der lokalen landwirtschaftlichen Produktion in Bezug gesetzt wird, um die Selbstversorgung zu berechnen. Dieses Instrument ermöglicht es Entscheidungsträgern, das Vorhandene und das lokale Produktionspotenzial in allen Regionen des Wallis und der Schweiz zu vergleichen. Der Bezugsrahmen ist eine Diagnose- und Szenario-Methode, die den kantonalen und kommunalen Behörden dabei helfen kann, Prioritäten zu setzen, notwendige Anpassungen vorzunehmen und die Ernährungssicherheit in jeder Region zu erhöhen.

Bedenken für Gemüse und pflanzliche Proteine

Eine der Schlussfolgerungen dieses Projekts zeigt, dass die aktuellen Ernährungsgewohnheiten der Walliser und der Schweizer Bevölkerung im Allgemeinen nicht den Ernährungsempfehlungen entsprechen. Dies gibt Anlass zu Bedenken hinsichtlich der langfristigen öffentlichen Gesundheit auf der einen Seite und beeinflusst die Ernährungsresilienz auf der anderen Seite. Die Analyse im Fall unseres Kantons zeigt, dass trotz der Überschüsse in bestimmten Kategorien wie Obst, Stärke, Zucker und Milchprodukten weiterhin Herausforderungen in wichtigen Ernährungskategorien wie Gemüse oder pflanzlichen Proteinen bestehen. Um die Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln zu steigern, müssen die produktiven Flächen geschützt sowie ausgewogener und vielfältiger verteilt werden. Der Übergang zur Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln ist ein komplexer Prozess, der alle Aspekte des Ernährungssystems (Produktion, Verarbeitung, Verteilung, Konsum, Umgang mit Verschwendung und Abfall) berücksichtigen muss und eine enge Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteuren wie lokalen Behörden, Unternehmen, Forschenden und der Bevölkerung voraussetzt. Es ist zwingend notwendig, jetzt damit zu beginnen, um einen reibungslosen und erfolgreichen Übergang zu gewährleisten.

Gemeinsames Streben nach Ernaährungsresilienz

Das Wallis befindet sich auf seinem Weg zur Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln an einem entscheidenden Scheideweg. Die Vision des Bundes und das von der HES-SO Valais-Wallis entwickelte Instrument bieten wertvolle Leitlinien, doch das Engagement und die Zusammenarbeit aller Akteurinnen und Akteure sind entscheidend, um diese ehrgeizige Vision zu verwirklichen. Wenn wir heute unsere Kräfte bündeln, können wir eine nachhaltige Ernährungszukunft für das Wallis gestalten.