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Futuristische Landschaft zum Thema Wassermanagement
Tuesday, 11. June 2024 - 11:00

BlueArk und die HES-SO Valais-Wallis haben für die Gründung des anwendungsorientierten Forschungslabors STREAM einen Fünfjahresvertrag unterzeichnet. Durch die Bündelung ihrer Kräfte wollen die beiden Partner die industriellen Kompetenzen im Bereich des Wassermanagements erweitern. Das mit einem Budget von insgesamt CHF 2 Mio. dotierte Labor strebt langfristig einen Umsatz von CHF 1 Mio. pro Jahr an. 

Starkregen, Murgänge, Dürren, Umweltverschmutzung, Gletscherrückgang, Schneeknappheit, Heimfall der Wasserrechtskonzessionen, Wasserverluste in Leitungen, Weidenbewässerung, Mehrfachnutzung von Wasser – diesen Herausforderungen müssen sich Betreiber von Wassernetzen, Gemeinden, Verbraucher und Akteure des Tourismus stellen, indem sie Werkzeuge entwickeln und neue Geschäftsmodelle umsetzen. Vor dem Hintergrund dieser klimatischen und gesellschaftlichen Veränderungen beabsichtigen BlueArk und das Institut Energie und Umwelt der HES-SO Valais-Wallis, ihre Zusammenarbeit zu intensivieren, um die Kompetenzen in diesem Bereich auszubauen.   

Aufbau einer starken Partnerschaft

Mit der Unterzeichnung dieser fünfjährigen Partnerschaftsvereinbarung wurde der Grundstein für das neue Forschungslabor STREAM – Sustainable Technology REsearch in Aqua Management [Nachhaltige Technologieforschung für Wassermanagement] – gelegt. Die ersten Gespräche zu diesem Projekt wurden 2021 geführt. „Wir hatten schon lange den Wunsch, zusammen mit der HES-SO Valais-Wallis einen Technologiestandort rund um das Thema Wasser zu gründen, um so zur Wirtschaftsförderung in der Region beizutragen“, erklärt Joël Di Natale, Direktor von BlueArk. 2023 wurde die Partnerschaft konkret und zu Beginn dieses Jahres gab der Generalrat des Val de Bagnes, Mehrheitsaktionär von BlueArk, einen zusätzlichen Kredit von CHF 300'000.- frei, um dieses Projekt auf seinem Gemeindegebiet finanziell zu unterstützen. Für François Seppey, Direktor der HES‑SO Valais-Wallis ist diese Partnerschaft „ein perfektes Beispiel für unser Engagement zugunsten der Nachhaltigkeit durch die systematische Integration der ökologischen, sozialen, gesundheitspolitischen, ethischen und wirtschaftlichen Dimensionen in unsere Forschungsprojekte. Sie ist ein wichtiger Schritt hin zur Entwicklung innovativer Lösungen für die Bewältigung der bevorstehenden Herausforderungen und die Sicherstellung einer ausgewogenen und widerstandsfähigen Zukunft."

Val de Bagnes (Copyright/Photo Credits: Valérie Moulin)

Val de Bagnes - alpines Kompetenzzentrum für Wassermanagement

Das Forschungslabor STREAM wird in den Räumlichkeiten von BlueArk im Val de Bagnes angesiedelt sein. Die Forschenden der HES-SO Valais-Wallis werden mit den Wassernetzbetreibern der Aktionärsgemeinden von BlueArk zusammenarbeiten. Gemäss Gemeindepräsident Christophe Maret will das Val de Bagnes dank des Forschungslabors STREAM „auf internationaler Ebene massgeblich zur Lösungsfindung für die Herausforderungen der alpinen Wasserwirtschaft beitragen.“ Er erläutert weiter: „Unsere Wirtschaftsstruktur, die hauptsächlich auf dem Tourismus und dem Baugewerbe beruht, muss sich diversifizieren. Wenn wir uns an den Innovationen in Zusammenhang mit dem Wassermanagement beteiligen, werden sich daraus Möglichkeiten für neue wirtschaftliche Entwicklungen ergeben.“ 

Klare Prioritäten

In einem ersten Schritt wird die Priorität auf die Digitalisierung und Verbesserung der Wasserinfrastruktur, den Umgang mit den klimatischen und gesellschaftlichen Veränderungen, die Mehrfachnutzung von Wasser und das Angebot von Aus- und Weiterbildungen im Bereich Wassermanagement gelegt werden. Dank moderner Instrumente wie der künstlichen Intelligenz, neuer Generationen von Sensoren sowie digitaler Modelle kann sich die Wasserwirtschaft im Wallis auf eine ausgewogene Berücksichtigung der menschlichen Bedürfnisse, der Ökosysteme und der Verfügbarkeit von Wasser stützen. Unter der Leitung von Emilie Neveu, Forscherin und Professorin, wird sich das Forschungsteam aus Mitarbeitenden und Studierenden der HES-SO Valais-Wallis auf zwei Forschungsschwerpunkte konzentrieren: die Energieeffizienz der Netze, z. B. durch die Integration anderer erneuerbarer Energiequellen in Zusammenarbeit mit der Forschungsgruppe Wasserkraft der HES-SO Valais-Wallis, und die langfristige Wasserbewirtschaftung unter Berücksichtigung der verschiedenen Bedürfnisse der lokalen Akteure (Bevölkerung, Landwirtschaft, Industrie, Tourismus).  


Campus Energypolis - Innovationen und enge Zusammenarbeit mit der Industrie

Am Campus Energypolis – Standort der HES-SO Valais-Wallis, der EPFL Valais Wallis und der Stiftung The Ark – werden Synergien zwischen Grundlagenforschung, anwendungsorientierter Forschung und wirtschaftlicher Umsetzung geschaffen. Dieser einmalige Standort fördert die Zusammenarbeit mit Partnern aus Wirtschaft und Industrie. So werden gegenwärtig zum Beispiel gemeinsame Labors mit Unternehmen wie Lonza, Constellium, Novelis, Debiopharm, FMV, Hydro Exploitation und Alpiq betrieben. Diese Partnerschaften illustrieren das Engagement des Campus und den Willen des Kantons, die aktuellen Herausforderungen im Energie- und Umweltbereich durch Innovationen und eine enge Zusammenarbeit mit der Industrie zu bewältigen. Christophe Darbellay, Vorsteher des Departements für Volkswirtschaft und Bildung, betont: „Das Ökosystem des Campus Energypolis ermöglicht die Entstehung konkreter Partnerschaften mit dem Ziel, den aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen zu begegnen. Das neue Forschungszentrum STREAM ist ein ausgezeichnetes Beispiel dafür.“  

Ein Eckpfeiler für die kantonale Wasserbewirtschaftung

Für Franz Ruppen, Staatsratspräsident und Vorsteher des Departements für Mobilität, Raumentwicklung und Umwelt, stimmen die Zielsetzungen des Forschungslabors STREAM mit dem Legislaturprogramm und der Wasserstrategie des Kantons Wallis überein. „Wir müssen rasch zu einer koordinierten Bewirtschaftung von Wasser, das auf viele verschiedene Arten genutzt werden kann, übergehen. Dazu müssen wir Synergien zwischen den verschiedenen Akteuren schaffen. Da dieser Fachbereich immer mehr Wissen erfordern wird, wird die Aus- und Weiterbildung von technischen Mitarbeitenden in den kommenden Jahren von entscheidender Bedeutung sein, um den Zugang zu Wasser zu gewährleisten.“ Diese Initiative entspricht den von der Kantonsregierung festgelegten Prioritäten, insbesondere der beschleunigten Umsetzung der Grundsätze der nachhaltigen Entwicklung. Mit der Gründung des Forschungszentrums STREAM stärken die HES-SO Valais-Wallis und BlueArk ihre Zusammenarbeit mit den kantonalen Behörden, um zukunftsweisende Lösungen im Bereich des Wassermanagements zu entwickeln. Auf diese Weise soll eine koordinierte, ausgewogene und nachhaltige Bewirtschaftung dieser wertvollen, multifunktionalen Ressource gewährleistet werden.


Die Medien berichteten:

Artikel im Walliser Bote (kostenpflichtig)