Zurück zur vorherigen Seite
Studiengangleiter Cyrille Bezençon (links) mit Silvan Zahno, Leiter Infotronics

Cyrille Bezençon (CB), Studiengangleiter der Systemtechnik der HES-SO Valais-Wallis, und Silvan Zahno (SZ), Leiter Infotronics, im Gespräch.


Können Sie den Studiengang kurz vorstellen?
CB: Systemtechnik ist die Ingenieur-Ausbildung, welche sich mit Informatik und Elektronik, mit Robotik und Automatisierung sowie mit Konzeption und Werkstoffen beschäftigt. Wir bilden Bachelor-Ingenieure aus, welche in der Industrie Entwicklungen leiten und durchführen können.

Was haben die drei Studienrichtungen Infotronics, Power & Control und Design & Materials gemeinsam?
CB: Unsere Diplomierten sind multidisziplinär und haben ein breites Wissen, welches nötig ist, um in der Praxis erfolgreich zu sein. Deshalb absolvieren die Studierenden im ersten Jahr ein gemeinsames Grundstudium. Je nach Interesse und Fähigkeiten können die Studierenden ab dem zweiten Jahr ihre bevorzugte Studienrichtung auswählen.
SZ: Am Ende des ersten Jahres können die Studierenden ein ferngesteuertes Auto selber entwickeln. Dabei braucht es alle Elemente des Studiums: Material und Design für das Chassis, Power und Control für den Antrieb sowie Infotronics für die Programmierung und Bedienung mit dem Smartphone.

Wer studiert bei Ihnen in Sitten?
CB: Der klassische Weg ist immer noch eine Lehre plus technischer Berufsmatura, auch wenn in den letzten Jahren immer mehr junge Menschen mit einer gymnasialen Matura plus «Passerelle» zu uns kommen, d.h. sie absolvieren während einem Jahr ein Praxisstudium.
SZ: Neu gibt es auch einen dritten Weg, das sogenannte Praxisintegrierte Bachelorstudium (PIBS). Absolventen des Gymnasiums machen hier bei uns das erste Jahr, arbeiten dann ein Jahr in einem Betrieb, um dann bei uns das Studium zu beenden.

Eine Kernaufgabe der Fachhochschulen ist die Zusammenarbeit mit der Praxis.
SZ: Über das Institut Systemtechnik arbeiten wir mithilfe von Projekten eng mit der Wirtschaft zusammen. Unser Ziel ist es Grundlagenforschung, wie sie die ETHZ und EPFL betreiben, in die Industrie zu transferieren und dort einen Mehrwert zu generieren.
CB: Für die Studierenden ist die Bachelor-Arbeit der grosse Schritt in die Praxis. Nicht wenige unsere Diplomierten arbeiten später im Betrieb, für den sie ihre Arbeit geschrieben haben! Wir arbeiten auch mit anderen Studiengängen der HES-SO Wallis in Projekten zusammen, wie dem Business Experience, wo Studierende verschiedener Fachrichtungen Start-up-Projekte entwickeln und lancieren.

Welches sind für Sie wichtige Ziele für die Zukunft, Herr Bezençon?

1. Wir müssen noch stärker eine Hochschule für das gesamte Wallis werden.

2. Wir wollen die Zusammenarbeit mit der Industrie noch verstärken, insbesondere mit den KMU.

3. Ich möchte, dass unsere Studierenden vermehrt die Möglichkeit des Auslandaufenthalts nutzen.

4. Zu guter Letzt ist es ganz wichtig, dass mehr Frauen zu Systemtechnikerinnen ausgebildet werden! Ich möchte die jungen Frauen einladen, unser Angebot «Studentin für einen Tag» zu nutzen. Sie können so aus erster Hand erfahren, dass Systemtechnik Innovation bedeutet und dies keine reine Männerdomäne ist!


Zur Person

Cyrille Bezençon studierte Materialwissenschaften an der EPFL in Lausanne und arbeitete danach bei Novelis. Er leitet seit einem Jahr den Studiengang Systemtechnik. Er lebt mit seiner Frau und den vier Kindern in Chermignon.

Silvan Zahno studierte an der HES-SO Wallis Systemtechnik und ging danach in die Industrie. Seit vier Jahren ist er Professor in Sitten und leitet seit diesem Jahr die Studiengangsrichtung Infotronics. Er wohnt mit seiner Frau und der einjährigen Tochter in Visp.


Zum RRO Interview